“Das Licht” – T. C. Boyle (2/5 ★)

Es scheint so, als ob mir dieses Buch über den Weg gelaufen ist, um mir eine Lektion zu erteilen… Dass ich endlich aufhören sollte, in Airbnbs hinterlassene Bücher zu lesen, mit der Hoffnung dadurch über einen verborgenen 5/5 ★ Schatz zu stolpern. Es ist das zweite Buch, das ich von T. C. Boyle gelesen habe (nach “The Inner Circle” in 2011) und vielleicht sind seine Werke einfach nicht wirklich was für mich…

Fangen wir mit den positiven Seiten an und zwar, dass dieses Buch mir zumindest eine neue Welt eröffnet hat, da ich es mir selber niemals ausgesucht hätte. Die darin geschilderte Geschichte greift tatsächliche historische Elemente auf, und zwar wie LSD zum ersten Mal entdeckt wurde, spinnt diese Ereignisse jedoch weiter. Dies geschieht in der üblichen Art des Autors, wo er sich eine bekannte Person aussucht und seiner Kreativität freien Lauf lässt, um eine fiktive Erzählung darum zu erfinden. Es geht um einen sektenartigen Kult, in welchen die Hauptcharaktere hineingeraten, wobei alles wie ein normales Experiment beginnt, das zu Forschungszwecken auf der Universität dienen sollte.

Dadurch dass Fiktion und Realität darin ziemlich verzweigt sind, brachte mich das zu weiteren Recherchen. Zum Beispiel ließ mich das Buch mehr Informationen über den Schweizer Chemiker Albert Hofmann oder den amerikanischen Psychologen Timothy Leary suchen, um mehr über ihre Beziehung zu dieser Droge zu erfahren. Ansonsten aber auch um herauszufinden, wo der Strich zwischen Realität und Erfindung gezogen werden kann. Es war spannend nach dem Lesen zu erfahren, dass die Atmosphäre der damaligen Zeit tatsächlich sehr gut eingefangen wurde, wie es in einem NPR Artikel beschrieben wird. 1

Was gut und spannend angefangen hat, nahm ziemlich schnell ein Ende, denn das Buch hat wenige Überraschungen parat, wie es auch in einem New York Times Artikel erwähnt wird 2. Was aus psychologischer Sicht interessant dargestellt wird, ist die Bildung einer Gemeinschaft, die in diesem Fall direkt mit dem Konsum von LSD zusammenhängt. Man bekommt einen guten Einblick darin, wie man nur das positive an den Erfahrungen sieht, wenn man mittendrin ist. Weiterhin aber auch, wie schwierig es sein muss, sich aus so einer Situation wieder rauszuziehen, wenn man langsam zu ahnen beginnt, dass es doch nicht die ideale Welt ist, die man sich ausgemalt hat. In dem ersten Drittel des Buches, waren die Wechsel der Erzählperspektiven der Charaktere sehr gut gelungen, was mir jedoch am Ende fehlte. Ohne zu viel von der Handlung zu verraten, hätte ich gerne über die Gedanken und die Sicht der Leute delesen, die es aus dieser Gemeinschaft ausgetreten sind.

Im Endeffekt sagt aber normalerweise die Lesedauer des Buches alleine schon viel darüber aus, ob es mir gefallen hat. In diesem Fall habe ich mich über einen Monat lang durch die Geschichte durchgequält, ohne sonderlicher Motivation es fertig zu lesen. Es war langwierig und es wurde kein sonderliches Interesse geweckt, so dass man erfahren wollen würde, wie sich das Buch fortsetzt und endet. Meiner Meinung nach hätte es gekürzt werden müssen, um knapper und spannender zu sein.

“Das Licht” – T. C. Boyle

★★☆☆☆ (2/5)

Sources:

  1. Did This Novel About LSD Trials Get It Right? We Ask Someone Who Was There“, NPR – Tom Vitale. 12/05/2019.
  2. In T.C. Boyle’s Trippy New Novel, Characters Turn On, Tune In and Drop Lots of Acid“, New York Times – Chris Bachelder. 10/04/2019.

Edition: ISBN 978-3-423-14768-2
DTV, 2020 (zuerst veröffentlicht in 2019)

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